Aus meinem Leben
als Mensch

Hallo und Herzlich Willkommen!

Mein Name ist Oliver Post. Ich wurde an einem schönen Maitag des Jahres 1965, im westfälischen Rhede/Kreis Borken, geboren.

Schon früh entwickelte ich meine kreative Seite und zeigte ein erstaunlich gutes Gespür für meine eigenen Bedürfnisse, denen ich stets mit großem Eifer versuchte zu ihrem Recht zu verhelfen. So konnte ich z. B. schon bei meiner Einschulung überhaupt gar keinen Grund dafür erkennen, weshalb meine heiß geliebten Spielstunden für einen so vollkommen uninspirierenden Vorgang wie „Hausaufgaben machen“ vernachlässigt werden sollten. Als frisch gebackener Abc-Schütze kam ich also kurzerhand zu dem Schluss, dass das Projekt „häusliche Schularbeiten“ wohl doch eher was für die älteren Kinder sei und widmete mich stattdessen weiterhin ganz meiner kreativen Entwicklung im Spiel.

Bedauerlicherweise waren meine Eltern von der Eigeninitiative ihres sechsjährigen Sprösslings in Sachen Zeitmanagement alles andere als begeistert, sodass ich mich zunächst einmal genötigt sah einige Kompromisse eingehen zu müssen. Nun ja, wahrscheinlich war ich meiner Zeit wohl doch ein wenig voraus.

Im Jahre 1974 fassten meine Eltern dann den Entschluss von Nordrhein-Westfalen nach Bayern, in’s schöne Allgäu, umzuziehen. Da wir uns zu dieser Zeit schon fast 9 Jahre kannten und unser Verhältnis zueinander sehr gut war, durfte ich mit. In der neuen Heimat angekommen lebte ich mich ziemlich schnell gut ein. Auch die zunächst kleinen Probleme mit der Verständigung überwand ich bald, als nach einiger Zeit des intensiven Hinhörens, aus den Lauten der Einheimischen für mich immer mehr Ähnlichkeiten mit der deutschen Sprache erkennbar wurden. Leider veränderte sich mein Verhältnis zur Schule nicht grundlegend. Ja, tatsächlich plagte mich allmählich immer mehr der Gedanke, dass das Ziel des Schulsystems wohl eindeutig darin bestehen müsse, jeglichen natürlichen Wissensdurst des Schülers möglichst schon im Keim zu ersticken. Nun, wenn dem wirklich so gewesen sein sollte, dann war die Schule in meinem Fall in der Tat außerordentlich erfolgreich. Allerdings musste sie kurz vor meinem 14. Geburtstag dann doch noch eine herbe Niederlage hinnehmen. Ich entdeckte nämlich meine Liebe zur Musik – insbesondere zur Gitarre. Von nun an war ich nicht mehr aufzuhalten. Mein erstes Interesse galt meinem Instrument. Alles andere wurde für mich zweitrangig und selbst die andauernden Schwierigkeiten meiner Eltern, mich zu schulischen Höchstleistungen zu motivieren, konnten meine euphorische Stimmung zu keinem Zeitpunkt gefährden.

Es kam dann auch, wie kommen es musste. Obwohl dem Wunderkindalter zugegebenermaßen schon fast entwachsen, führte mein leidenschaftliches Engagement zunächst zum Gewinn etlicher Preise beim Wettbewerb Jugend musiziert und schließlich zur bestandenen Aufnahmeprüfung an einigen Konservatorien. Meine Eltern konnten endlich aufatmen.

Im Herbst 1987 begann ich dann mein Studium am Richard-Strauss Konservatorium in München. Meine Lehrerin im Hauptfach Gitarre war dort, Gabriele Prediger-Mahne . Bestens vorbereitet durch den jahrelangen Überlebenskampf im pädagogischen Dschungel meiner frühen Jugend, tat ich von nun an ziemlich genau das Gegenteil von dem, was von mir erwartet wurde. Wie man sich leicht vorstellen kann, sehr zum Leidwesen meiner armen Hauptfachlehrerin. Insofern habe ich ihr wirklich sehr viel zu verdanken, denn sie ertrug ihren sturköpfigen Studenten mit einer Engelsgeduld. Und, ich glaube, geschadet hat es uns beiden letztlich auch nicht. Gabriele Prediger-Mahne ist heute noch Dozentin für Gitarre an der Hochschule für Musik in München, und ich bestand mein Examen mit Auszeichnung.

Leidenschaft und Begeisterung sind für mich die wichtigsten Voraussetzung für das Erreichen eines Zieles und ich bin froh, dass ich mir beides für meinen Beruf bis heute erhalten konnte. Besonders nach einem gelungenen Konzertabend bin ich sehr dankbar, dass die Musik zu einem der wichtigsten Aspekte in meinen Leben wurde.

Denn die Freude an der Musik mit anderen Menschen teilen zu können, gehört für mich zu den schönsten Glücksmomenten überhaupt.

Nicht nur im diesen Sinne, Viel Glück!



Ihr Oliver Post

Oliver Post – aus meinem Leben als Mensch